„Eine großartige und langersehnte Begegnung“

Bild: Manuela Pfann

Trotz Corona: Jugendchor St. Kolumban hat zusammengehalten – erstes Konzert seit zwei Jahren
Zum ersten Mal nach fast zwei Jahren ist der Jugendchor St. Kolumban am Sonntag wieder gemeinsam auf der Bühne gestanden. Die Bühne bei der musikalischen Andacht war in diesem Jahr corona-bedingt die ganze Kolumban-Kirche in Wendlingen. Über 70 Sängerinnen und Sänger waren mit dabei, der musikalische Neu-Anfang wurde als Live-Stream übertragen, denn Publikum durfte noch nicht anwesend sein.
Als Christa Strambach im Juli dieses Jahrs wieder mit den Chorproben in Präsenz begonnen hatte, war sie nicht sicher, wie viele ihrer Sägerinnen und Sänger wieder kommen sollten. Es kamen alle. Das sei vor allem der Chorleiterin selbst zu verdanken, sagte Dan Freisem, langjähriges Chormitglied und Vertreter des Kirchengemeinderats am Sonntag im Rahmen der traditionellen Ehrungen für langjährige Chormitglieder. Mit Online-Singen, Online-Spiele-Nachmittag, Video-Abenden und zuletzt Chortagen in den Sommerferien mit einzelnen Gruppen hätte Christa Strambach ganz viel dazu beigetragen, dass die Verbindung nie abgerissen sei.
Für die Chorleiterin und die über 70 Chormitglieder war die rund einstündige musikalische Andacht nicht nur ein erster Schritt auf dem Weg zurück zum gemeinsam Chor-sein, sondern auch eine musikalische Herausforderung: „Wir sind geschult, uns gegenseitig zuzuhören und orientieren uns normalerweise am Klangergebnis. Das geht heute mit Abstand und Akustik nicht“, sagte sie. Denn zwischen den ersten und letzten Sägern in den Bankreihen lagen gut 20 Meter. Symbolisch dafür standen die Zeilen des ersten Liedes nach der Einführung, „Behutsam will ich Dir begegnen“.
Aus der Behutsamkeit wurde trotz aller Einschränkungen ein besonderes Klangerlebnis. Der Grund: jede und jeder habe heute sein eigenes Solo singen und hoch konzentriert sein müssen, erläuterte Christa Strambach. Es gelang; und so waren nicht nur die Stimmen der mutigen jungen Neu-Mitglieder bei „Das ist hoch und das ist tief“ deutlich zu hören, sondern zum Ende ein Te Deum, das so noch nie geklungen hatte: Ein raumfüllender Lobgesang aus allen Himmelsrichtungen, der sicher auch Eltern, Großeltern und Freunden am Bildschirm Gänsehaut bescherte. Christa Strambach strahlte am Ende und war froh, dass sie das Experiment gewagt hatte. Denn für alle sei es trotz der Einschränkung „eine großartige und langersehnte Begegnung“ gewesen, so die Chorleiterin.
Auch Das traditionelle Adventskonzert des Chores im Dezember wird nicht wie in den Jahren zuvor stattfinden können. Derzeit plant der Chor einen Konzertfilm aufzunehmen, dieser soll mit Fördermitteln der Diözese produziert werden. Das schon lange geplante Musical über den heiligen Kolumban soll nun im September 2022 aufgeführt werden. Es gehe nur Schritt für Schritt, so Christa Strambach und ergänzte. „Wir dürfen Zeit brauchen, um wieder in Tritt zu kommen“. Die musikalische Andacht am Sonntag war in jedem Fall ein wohltuender Schritt für alle.
Für langjährige Mitgliedschaft im Jugendchor St. Kolumban wurden geehrt: Franziska Keller, Nadine Dieterle, Denise Wahl, Lanea Wahl, Jonathan Weigel, Catharina Krenz, Benedikt Pfann, Anna Kühr, Marlene Geiger, Lara Mayer, Gabriela Loewens, Nils Steiner (5 Jahre); Marisa Böhm, Carla Empt, Sophia Strambach, David Hansjosten, Marius Jakob, Lars Lamparter, Hannes Mattmüller, David Otto, Amelie Scholder, Ann-Kathrin Kobsa, Emilia Belido, Mia Durst (10 Jahre); Maximiliane Häbe, Patricia Häbe, Leonie Masen, Leonie Dieterle, Benedikt Hansjosten (15 Jahre); Franziska Vogel (25 Jahre); Yvonne Mayer (30 Jahre); Susanne Heldmaier (35 Jahre).

Manuela Pfann