Suchen

Geschichte der Kirchengemeinde St. Kolumban – Ein kurzer Überblick

Jahrhunderte lang war die heutige Friedhofskapelle die einzige Pfarrkirche in Unterboihingen. Nicht nur die Dorfbewohner, sondern auch Gläubige aus der weiteren Umgebung pilgerten zu der Kirche, welche ursprünglich wohl „Ad sanctum Columbanum im Hürnholtz“ hieß. Vermutlich wurde die Kirche schon vor dem Jahr 1100 gebaut. Dafür sprechen zumindest die Grundmauern des heutigen Turmes. Die erste urkundliche Erwähnung der Kirchengemeinde datiert vom Jahre 1275. Damals gehörte die Kirche zur Diözese Konstanz und wird in Verbindung mit der Zahlung einer Kreuzzugssteuer aufgeführt.

Erst im 15. Jahrhundert wurde eine Kirche in der Unterboihinger Ortsmitte errichtet. Vermutet wird ein Zeitpunkt um 1490. Der Name St. Kolumban wurde übertragen und das alte Friedhofskirchlein heißt seitdem „Kapelle zu Unserer Lieben Frau im Hürnholz“. Dank der bei Renovierungsarbeiten 1971/72 entdeckten Wandmalereien ist sie nicht nur ein kunstgeschichtliches Schmuckstück der Stadt; sie wird auch weiterhin als Ort für Gottesdienste und Andachten genutzt.

Inschrift 1593 am Kirchturm

Durch die Inschriften, die noch heute am Turm der Kirche im Ort sichtbar sind, gilt als sicher, dass sie durch die Familie der Wernauer, in deren Herrschaftsbereich Unterboihingen zu dieser Zeit lag, im Jahre 1593 neu erbaut oder zumindest umgebaut wurde. Dieses neue Gotteshaus betrug nun eine Länge von ungefähr 14 Metern und war 8 Meter breit. Es ist heute noch von wenigen Bildern her bekannt. Der Bau wurde allerdings mit der Zeit der wachsenden Anzahl von Gläubigen und Einwohnern, die im Zuge der Industrialisierung ins Neckartal kamen, nicht mehr gerecht.

So wurde im Jahr 1898 ein Kirchbauverein gegründet, der die Finanzierung eines neuen Gotteshauses ermöglichen sollte. Die Abbrucharbeiten begannen am 3. März 1910. Bereits ein halbes Jahr später, am 17. November 1910, wurde die neue Kolumban-Kirche von Bischof Paul Wilhelm von Keppler geweiht. Der Turm der alten Kirche blieb bestehen; daran wurde ein neuer, dreischiffiger Bau gefügt. Der alte Turm wurde erst später, im Jahr 1948, an die neuen Dimensionen der Kirche angepasst und um 1 Stockwerk auf 33 Meter erhöht.

So blieb das Äußere der Kolumban-Kirche bis heute bestehen, auch wenn der Bau in den vergangenen Jahren stark gelitten hat. So durch den Brand der Kirche am 18. Januar 1993, der eine umfassende Innenrenovierung nötig machte. Dabei wurde auch der Mittelgang zwischen den Bänken im Innenschiff wieder eingerichtet.

Im Jahr 2003 begann außerdem eine dringend nötige Außenrenovierung, die 2004 abgeschlossen werden konnte.

Noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts gehörten zur Kirchengemeinde St. Kolumban 37 Filialorte, welche im Laufe der Zeit teilweise zu eigenständigen Gemeinden wurden, verteilt über die heutigen Dekanate Nürtingen und Reutlingen.

Durch die Flüchtlingsströme der Nachkriegszeit erhöhte sich auch in den umliegenden evangelischen Gemeinden die Zahl der katholischen Christen. So beschloss im Jahr 1950 der damalige Pfarrer Hug, abwechselnd mit seinem Vikar Feil regelmäßige Sonntagsgottesdienste in den Teilgemeinden Köngen und Oberboihingen abzuhalten. Da diese Orte damals noch nicht über eigene Gotteshäuser verfügten, wurde der Gottesdienst in Oberboihingen im „Hirsch“-Saal, in Köngen im Gasthaus zu „Linde“ abgehalten. 1954 wurde in Köngen die Kirche „Zum guten Hirten“ erbaut. Köngen erhielt dabei gemeinsam mit Unterensingen den Status einer eigenen Kirchengemeinde. Die Oberboihinger Dreifaltigkeitskirche wurde 1964 geweiht. Hier finden regelmäßig Sonntagsgottesdienste, Taufen und Trauungen statt.

Im Jahr 2001 wurde die Kirchengemeinde St. Kolumban mit der Kirchengemeinde Köngen-Unterensingen zu einer Seelsorgeeinheit zusammengefasst. Beide Gemeinden behalten ihre eigenen Kirchengemeinderäte, unterstehen allerdings dem Zuständigkeitsbereich eines einzelnen Seelsorgers.

Links

Letzte Änderung: 2010-10-09

© 2012 Kirchengemeinde St. Kolumban